Haarausfall durch Stress

Haarausfall durch Stress: Symptome, Verlauf & Behandlung

Stress ist eine der häufigsten Ursachen für einen verstärkten Haarverlust. Wir erläutern erste Symptome, zeigen den Verlauf und stellen Wege zur Behandlung von stressbedingtem Haarausfall vor.

Stress kann den Haarzyklus verändern und somit Haarausfall begünstigen. Dabei spielt es keine Rolle, ob es sich um körperlichen oder seelischen Stress es sich handelt.

Ist der Mensch regelmäßig starken Belastungen ausgesetzt, kann dies zum chronischem Stress übergehen und somit ein Ausdünnen der Haarwurzeln verursachen. Häufig sind dafür innere, psychische Faktoren verantwortlich, wie zum Beispiel zu hohe Anforderungen an sich selbst, Angst vor Ablehnung, Depressionen, private Probleme oder auch ein zu geringes Selbstwertgefühl.

Stress kann nahezu jede Form des Haarausfalls verursachen

Durch Überforderung mit Familie, Beruf und Haushalt sind Frauen häufiger von Haarausfall durch Stress betroffen als Männer, grundsätzlich gelten aber beide Geschlechter als gefährdet. Die Haarfollikel werden durch Stresshormone negativ beeinflusst. Dies führt dazu, dass sie sich entzünden und folglich die Haare ausfallen. Jeder Follikel ist von einem dichten Nervenfasernetzwerk umgeben, das Botenstoffe des Nervensystems enthält. Die Anzahl der Nervenfasern sowie die Häufigkeit der Kontakte zu den Mastzellen (Zellen der körpereigenen Abwehr) sind Schwankungen unterworfen und beeinflussen somit den Haarwuchs.

Akuter Stress erhöht die Konzentration der Botenstoffe Noradrenalin, Substanz P und NGF (nerve growth factor) in den Haarwurzeln. Dies führt zu Schädigungen, Abbruch der Wachstumsphasen und letztlich zum Haarverlust. Die erhöhte Konzentration der Botenstoffe im Haarfollikel löst entzündliche Vorgänge aus, was schließlich dazu führt, dass die Haare ihre Wachstumsphase vorzeitig beenden und in eine Ruhephase übergehen. Hierbei handelt es sich um diffusen Haarausfall, die gängigste Art von stressbedingtem Haarausfall.

Beim kreisrunden Haarausfall verursacht das körpereigene Immunsystem das Ausfallen der Haare. Neben mehreren anderen Gründen kann auch Stress für diese Art von Haarausfall verantwortlich sein.

Übrigens: Bei Männern scheint vor allem der berufsbedingte Stress in Form von zu vielen Überstunden im Verdacht zu stehen, die Glatzenbildung zu verstärken – das fanden Forscher aus Südkorea heraus. In einer Studie, an der sich 13.000 Männer zwischen 20 und 59 jahren beteiligten, untersuchten sie, wie viele der Probanden Haarwuchsmittel verwendeten. Das Ergebnis: Arbeiteten die Männer 40 Stunden oder weniger in der Woche, lag die Quote der Haarwuchsmittel-Anwender bei 2 Prozent. Bei Männern mit 52 Stunden oder mehr pro Woche war sie mit mehr als 4 Prozent doppelt so hoch. (Quelle: Stern.de)

Bei diffusem Haarausfall wird das Haar insgesamt dünner und der Haarverlust ist nicht auf einen bestimmte Kopfpartien beschränkt. In der Regel führt ddiese Form jedoch nicht zur vollständigen Glatzenbildung.

Kreisrunden Haarausfall erkennt man an den münzgroßen runden oder ovalen und völlig haarlosen Arealen. Die haarlosen Stellen sind häufig am Hinterkopf oder an den Seiten zu finden. Dass die Haare komplett ausfallen, ist beim kreisrunden Haarausfall ebenfalls möglich.

Begleiterscheinungen

Folgende Begleiterscheinungen sind beim kreisrunden Haarausfall zu beobachten:

  • Veränderungen in der Haarstruktur (brüchig, spröde)
  • Veränderungen in der Struktur der Fingernägel
  • Kopfhautschmerzen
  • Juckreiz der Kopfhaut
  • frühes Ergrauen der Haare

TIPP: Sie möchten wissen, ob Sie unter stressbedingtem Haarausfall leiden? Dann machen Sie jetzt den professionellen Haarausfall Test zur Bestimmung Ihres individuellen Haarausfall Typs.

Behandlung von Haarausfall durch Stress: Was tun?

Bei stressbedingten Haarausfall helfen keine Haarwuchsmittel wie Regaine, Thymuskin oder ELL-CRANELL® alfatradiol. Daher müssen Wege gefunden werden, wie man Stress vermeiden kann. Nur so kann der Haarausfall gestoppt werden. Die gute Nachricht: Anders als bei hormonell bedingtem Haarverlust lässt sich der Haarzyklus nach einiger Zeit wieder verbessern, wenn es gelingt, die Belastung für den Körper dauerhaft zu reduzieren. Meist wächst das Haar nach sechs bis neun Monaten wieder nach.

Bei stressbedingtem Haarausfall hilft Entspannung

Regelmäßige Entspannungsphasen helfen dabei, Haarausfall durch Stress abzubauen. (Bild: ©silviarita/pixabay.com)

Um wieder Ruhe in den Alltag zu bringen, sind Heilpflanzen besonders hilfreich, wie zum Beispiel Echter Baldrian oder Echter Hopfen. Beide wirken beruhigend und fördern den Schlaf. Denn auch Schlafmangel kann zu mentalen und körperlichen Stress führen, weshalb ausreichender Schlaf wichtig ist.

Gesunde Ernährung ist das A und O: Um Haarausfall vorzubeugen, ist eine ausgewogene Ernährung essentiell. Essen Sie viel Obst und Gemüse, mageres Eiweiß und Lebensmittel mit ungesättigten Fetten, wie Avocados, Nüsse und fettreiche Seefische. Auch Vitamine und Mineralien, wie Vitamin A, C und E sowie Zink und Magnesium sorgen für ein gesundes Haarwachstum.

Um Stress abzubauen, ist auch Sport eine sehr gute Alternative. Er für Ausgeglichenheit im Alltag. Gerade Wellness, Yoga oder autogenes Training führen zur Reduzierung von Stress.

Zudem ist es ratsam, die regelmäßig einzunehmenden Medikamente zu überprüfen, denn es gibt einige, die stressbedingten Haarausfall begünstigen. Hierzu zählen unter anderem Blutverdünner und Blutdrucktabletten (Betablocker).

Auch Depressionen oder ein Trauerfall können Haarausfall begünstigen. Um Eregnisse wie diese zu verwinden, ist es wichtig, sich mit ihnen auseinanderzusetzen. Dabei können Freunde, Familie oder auch professionelle Hilfe wie die einer Pyschotherapie eine große Hilfe sein.

Homöopathie bei Haarausfall durch Stress

Haarausfall durch Stress kann auch mit der klassischen Homöopathie behandelt werden. Dabei werden alle körperlichen Beschwerden sowie auch die emotionale und mentale Ebene berücksichtigt. Ziel ist es, das seelische und körperliche Ungleichgewicht zu beseitigen und die Lebenskraft wiederzugewinnen.
Diese vier Mittel können bei stressbedingten Haarausfall helfen:

Acidum phosphoricum
Acidum phosphoricum oder auch Phosphorsäure hilft gegen Erschöpfung und Stress. Auch Menschen, die unter Schlaflosigkeit leiden, können mit Phosphorsäure behandelt werden.

Kalium phosphoricum
Kalium phosphoricum wird Patienten verschrieben, die unter Müdigkeit, Erschöpfung und Teilnahmelosigkeit leiden.

Staphisagria
Staphisagria, das Stefanskraut kann eingenommen werden, wenn der Haarausfall mit schuppender Kopfhaut einhergeht.

Silicea
Silicea oder auch Kieselsäure genannt, ist ein homöopathisches Mittel gegen Haarausfall. Dieses wird vor allem jungen Menschen, die nach erschöpfenden Krankheiten an Haarausfall leiden, verordnet.

Fazit: Um stress- bzw belastungsbedingten Haarausfall zu vermeiden bzw. schnellstmöglich zu heilen, sollte mit den genannten stressreduzierenden Maßnahmen frühzeitig begonnen werden. Schon eine Veränderung der Lebensumstände kann dafür sorgen, dass der Haarverlust zurückgeht. Eine gezielte Ursachensuche ist entscheidend, um diese schnellstmöglich zu beseitigen. Dabei handelt es sich jedoch um einen Prozess, der naturgemäß etwas Zeit benötigt.

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Bildquelle: Vielen Dank an geralt für das Bild (© geralt/www.pixabay.de)

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