Finasterid Nebenwirkungen: Wirkstoff kann Impotenz auslösen

Am Landgericht Paderborn hat ein brisanter Gerichtsprozess begonnen: Ein Mann klagt gegen MSD Sharp & Dohme, Hersteller für Finasterid. Dieses ist Wirkstoff einiger Haarwuchsmittel. Sein Vorwurf: Er habe das Mittel jahrelang eingenommen und leide nun unter schwerwiegenden Nebenwirkungen.

Finasterid Nebenwirkungen zusammengefasst

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Finasterid Nebenwirkungen: 100.000 Euro Schadensersatz

Mitte dreißig, depressiv, suizidal, impotent. So beschreibt ein Mann aus Nordrhein-Westfalen dem Landgericht Paderborn sein Leben. Die Umstände führt er auf Finasterid Nebenwirkungen zurück. Er soll vier Jahre lang ein Finasterid-haltiges Mittel eingenommen haben.
Für seine gesundheitlichen Schäden verlangt der Mann Schadensersatz in Höhe von 100.000 Euro. Der Finanzier seines Prozesses, Roland ProzessFinanz, unterstützt zwei weitere Kläger aus Stuttgart und Berlin. Man sehe in diesem Fall eine Musterklage und sammele auf seiner Homepage die Angaben weiterer Geschädigter.

Was ist Finasterid?

Finasterid ist ein synthetisches Steroid. Es ähnelt dem männlichen Sexualhormon Testosteron und greift in dessen Stoffwechsel ein. Neben Haarwuchsmitteln wird es auch zur Behandlung von gutartigen Prostatavergrößerungen eingesetzt. Finasterid-haltige Medikamente fallen unter die Arzneimittel-Richtlinie und gelten als verschreibungspflichtig.

„Post-Finasterid-Syndrom“ – Was steckt dahinter?

Es existieren bereits mehrere Studien, die auf die Gefahr von Impotenz und weitere Finasterid Nebenwirkungen hindeuten. Die Symptome halten auch dann noch an, wenn die Probanden das Haarwuchsmittel längst abgesetzt hätten – teilweise zogen sich die Beschwerden auch noch zehn Jahre nach dem Ende der Therapie mit Finasterid hin.

Neben dem Verlust der Libido konnten Muskelschmerzen, eine Schrumpfung des Penis sowie Depressionen mit Suizidgedanken diagnostiziert werden. So war der US-amerikanische Pharmakonzern Merck bereits Adressat von rund 1.400 Klagen wegen des „Post-Finasterid-Syndroms“. Merck hat Finasterid in Form von Propecia Filmtabletten auch auf dem deutschen Markt etabliert. Aktuell besteht noch kein Verbot für Finasterid-haltige Haarwuchsmittel. Das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte(BfArM) weist jedoch in einem Rote-Hand-Brief auf die Risiken hin.

Wichtig: Keine der obenstehenden Nebenwirkungen konnte in unserem Propecia Test festgestellt werden. Durch Bekanntwerden der Risiken hat Haarwuchsmittel-blog.de Propecia Filmtabletten aber dennoch nachträglich abgewertet. Wir empfehlen eine Anwendung nur unter ärztlicher Betreuung.

Alternativen zu Finasterid

Neben Finasterid wird vor allem Minoxidil in Haarwuchsmitteln eingesetzt. Dieser Wirkstoff ist im Gegensatz zu Finasterid nicht verschreibungspflichtig und wird direkt auf die Kopfhaut aufgetragen und öffnet die Kapillaren (röhrenförmige Haargefäße). Klinische Studien belegen die Wirkung von Minoxidil gegen Haarausfall, doch auch bei natürlichen Inhaltsstoffen wie Rosmarinöl, Zinksalzen oder Hirseextrakt konnte bereits eine Verbesserung des Haarwachstums festgestellt werden.

Ebenfalls ein sehr beliebter Wirkstoff in Haarwuchsmitteln ist das Alkaloid Coffein, das z.B. im Alpecin Coffein-Shampoo C1 zum Einsatz kommt.


Vielen Dank an ©Nathan Colwey/pexels.com für das Titelbild!

Quellen:

  • Kölner Express, „Mittel gegen Haarausfall macht Männer jahrelang impotent“
  • Ärzte Zeitung, „Finasterid gegen Haarausfall: Patient fordert 100 000 Euro Schadenersatz“
  • Spiegel Online, „Kläger fordert Schmerzensgeld nach Einnahme von Haarwuchsmittel“

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