Genetisch bedingter Haarausfall bei Männern

Erblich bedingter Haarausfall bei Männern: Ursache, Verlauf und Therapie von androgenetischer AlopezieNeutralität mutual geprüft

Für viele Menschen ist das Kopfhaar ein wichtiger Teil ihrer Identität, verknüpfen wir es doch mit Jugendlichkeit und Gesundheit. Doch leider sind mehr als 75% der Männer von Haarausfall betroffen, viele davon sogar bereits vor dem Erreichen des 30. Lebensjahres. Hier erfahren Sie alles über den erblich bedingten Haarausfall bei Männern.

Erblich bedingter Haarausfall bei Männern: Ursache für den Haarverlust

Der erblich bedingte Haarausfall (androgenetische Alopezie) ist die häufigste Form von Haarausfall und tritt insbesondere bei Männern sehr häufig auf. Zwischen 70 und 80 % aller Männer sind im Laufe ihres Lebens davon betroffen. Der Haarverlust ist also tatsächlich etwas völlig Normales. Im Gegensatz zu anderen Formen von Haarausfall betrifft die androgenetische Alopezie glücklicherweise ausschließlich das Kopfhaar.

Die Ursache der Alopezie ist – wie der Name bereits erahnen lässt – genetischer Natur. Das bedeutet: ob ein Mensch vom erblich bedingten Haarausfall betroffen ist, lässt sich von außen nicht beeinflussen. Da für die androgenetische Alopezie jedoch mehrere verschiedene Gene verantwortlich sind, die auch nicht immer vererbt werden, lässt sich das eigene Schicksal nicht am Schopf der Verwandten ablesen. Im Umkehrschluss heißt das auch: wer an erblich bedingtem Haarausfall leidet, kann nichts dafür.

Der Grund für den Haarausfall liegt in einer überdurchschnittlichen Empfindlichkeit der Haarfollikel für die männlichen Hormone (Androgene), insbesondere Dihydrotestosteron (DHT), welches aus Testosteron gebildet wird. Darüber hinaus produzieren die Haarwurzeln bei androgenetischem Haarverlust in der Regel ungewöhnlich viele Enzyme, die für die Produktion von DHT verantwortlich sind.

Genetisch bedingter Haarausfall hängt also nicht mit einem hohen Testosterongehalt zusammen, sondern nur mit einer besonderen Empfindlichkeit für das Hormon.

Infolgedessen bilden sich die Blutgefäße, die die Haarfollikel mit den für das Haarwachstum wichtigen Nährstoffen versorgen, zurück und die Follikel verkümmern mit der Zeit aufgrund der Unterversorgung. In der Folge verkürzt sich zunächst die Wachstumsphase der betroffenen Haare, sodass sie dünner und kürzer werden, und es dauert länger, bis sie wieder nachwachsen. Sind die Haarwurzeln einmal abgestorben, ist der Haarausfall irreversibel.

Verlauf des erblichen Haarausfalls bei Männern

Der Haarausfall beginnt bei Männern mit androgenetischer Alopezie oft schon in den Zwanzigern und zeigt sich zunächst in der Bildung von Geheimratsecken an den Schläfen und anschließend durch lichteres Haar am Hinterkopf (Tonsur). Beim typischen Verlauf weiten sich die kahlen Stellen Stück für Stück auf den gesamten Oberkopf aus und führen zu einer Glatze. Charakteristisch ist, dass ein seitlicher Haarkranz erhalten bleibt und demzufolge keine komplette Glatze erreicht wird.

Der genaue Verlauf des erblich bedingten Haarausfalls kann jedoch höchst unterschiedlich sein. Manche Männer sind schon mit 30 fast völlig kahl, andere haben auch mit 80 nur Geheimratsecken.

Verlauf

Wollen Sie herausfinden, wie stark Ihr Haarausfall fortgeschritten ist? Eine strukturierte Dokumentierung der androgenetischen Alopezie kann mithilfe des Hamilton-Norwood-Schemas erreicht werden, das den Haarverlust in sieben verschiedene Stadien einteilt. Der schematisierte Verlauf beginnt bei der Stufe 1, die ein geringes Rückweichen des vorderen Haaransatzes bedeutet, und endet mit der Stufe 7, bei der nur noch ein tonsurartiges Band um den Hinterkopf zurückbleibt.

TIPP: Sie möchten wissen, ob Sie unter erblich bedingtem Haarausfall leiden? Dann machen Sie jetzt den professionellen Haarausfall Test zur Bestimmung Ihres individuellen Haarausfall Typs.

Erblich bedingten Haarausfall stoppen – diese Wirkstoffe gibt es

Wenn bei Ihnen erblich bedingter Haarverlust vermutet wird oder diagnostiziert worden ist, gibt es verschiedene Möglichkeiten, ihr entgegenzuwirken. Es geht dabei in erster Linie darum, den Haarausfall zu stoppen und das Haarwachstum anzuregen. Zwei Wirkstoffe spielen hierbei eine zentrale Rolle: Minoxidil und Finasterid.

Wichtig ist jedoch: der erblich bedingte Haarausfall kann zwar gemindert, nicht aber geheilt werden, da die Ursache in den Genen liegt. Das bedeutet, dass die Behandlung nur wirkt, solange sie aktiv weitergeführt wird. Zudem sind die verschiedenen Haarwuchsmittel aktuell noch nicht so ausreichend erforscht, dass ihre Wirksamkeit definitiv nachgewiesen wäre. Konsultieren Sie deshalb vor der Anwendung Ihren Arzt oder Ihre Ärztin.

Wirkstoff-Alopezie

Minoxidil

Dies ist ein Wirkstoff, der ursprünglich gegen Bluthochdruck eingesetzt wurde. Bei der Behandlung zeigte sich bei vielen Patienten ein verstärktes Haarwachstum, weshalb man das Mittel auch klinisch gegen Haarausfall testete. Es kann lokal auf der Kopfhaut als Schaum oder Lösung verwendet werden, um die Alopezie zu verlangsamen.

Minoxidil ist rezeptfrei erhältlich und sorgt dafür, dass der genetisch bedingte Haarausfall gestoppt wird. In vielen Fällen kann der Wirkstoff sogar dafür sorgen, dass neue, dickere Haare nachwachsen. Dies funktioniert besonders gut an den Stellen, in deren Umkreis noch Haare wachsen. Wie genau die Wirkung des Haarwuchsmittels funktioniert, ist bis dato unbekannt, jedoch geht man von einem durchblutungsfördernden Effekt aus.

Lassen Sie sich nicht abschrecken: Es ist gut möglich, dass nach vier bis acht Wochen zunächst eine Verschlechterung eintritt und Ihre Haare noch stärker ausfallen. Das ist ein jedoch ein gutes Zeichen! Denn damit neue, gesunde Haare nachwachsen können, müssen zunächst die alten abgestoßen werden. Bei weiterer, langfristiger Verwendung entfaltet das Minoxidil dann seine volle Wirkung.

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Wirkung von Regaine (Woche 1 – Woche 28)

Leider können bei der Nutzung von Minoxidil auch Nebenwirkungen auftreten. Dazu gehören Juckreiz und eine Rötung der Kopfhaut sowie eine überhöhte Empfindlichkeit oder Entzündung der Kopfhaut. Obwohl das Mittel rezeptfrei erhältlich ist, sollten Sie die Nutzung des Wirkstoffes gegen Haarausfall also vorher ärztlich abklären lassen.

Finasterid

Auch Finasterid wurde ursprünglich überhaupt nicht als Haarwuchsmittel entwickelt, sondern diente der Therapie von Patienten mit gutartiger Prostatavergrößerung. Bei klinischen Untersuchungen wurde aber schon 2002 festgestellt, dass Finasterid auch zum Haarwachstum bei Männern mit erblich bedingtem Haarausfall beiträgt und den Haarverlust stoppen kann.

Finasterid hemmt die Umwandlung von Testosteron in DHT, sodass der Haarausfall verlangsamt oder gestoppt wird und die vorhandenen Haare wieder stärker nachwachsen können. Allerdings müssen Sie hier Geduld beweisen: es kann 4 bis 12 Monate dauern, bis sich eine Wirkung einstellt.

Anders als Minoxidil wird Finasterid nicht lokal von außen aufgetragen, sondern in Tablettenform eingenommen, und ist verschreibungspflichtig. Aufgrund der systemischen Einnahme kann es zu mehr Nebenwirkungen kommen, die jedoch selten sind. Hierzu zählen ein vorübergehender Libidoverlust, erektile Dysfunktion und ein leichtes Anschwellen der Brustdrüse. Sollten bei Ihnen solche Nebenwirkungen auftreten, konsultieren Sie unbedingt Ihre Ärztin oder Ihren Arzt.

Mittel gegen erblich bedingten Haarausfall bei Männern

In unserem Haarwuchsmittel-Vergleich haben wir Ihnen bereits unterschiedliche Produkte gegen Haarausfall bei Männern vorgestellt. Doch was hilft nun spezifisch gegen erblich bedingten Haarausfall? Wenn Sie davon betroffen sind, sollten Sie so früh wie möglich mit der Behandlung beginnen, denn je weiter die Alopezie fortgeschritten ist, desto schwieriger wird die Therapie. Nun haben Sie die Qual der Wahl, deshalb stellen wir Ihnen unsere Favoriten gegen erblich bedingten Haarausfall vor.

Regaine Männer Schaum und Lösung

Ein bewährtes Mittel gegen erblich bedingten Haarausfall bei Männern sind die Produkte von Regaine, die den Wirkstoff Minoxidil enthalten. Sie können kinderleicht in die alltägliche Routine integriert werden, denn sie müssen einfach morgens und abends ins trockene Haar einmassiert werden. Bei regelmäßiger Anwendung sorgt Regaine für eine bessere Durchblutung der Kopfhaut, sodass das Haar kräftiger und unter Umständen auch dunkler wieder nachwächst. In unserem Regaine Männer Test erklären wir Ihnen alles, was Sie sonst noch über das Haarwuchsmittel wissen sollten.

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ALOPEXY 5% Lösung

Auch dieses Haarwuchsmittel setzt auf Minoxidil, um der androgenetischen Alopezie entgegen zu wirken. Dabei setzt ALOPEXY auf eine patentierte Zusammensetzung mit dem Molekül Gamma-Cyclodextrin, welche dafür sorgt, dass das Produkt schnell einzieht und weder fettet noch klebt. Genaueres zur Anwendung erfahren Sie in unserem Erfahrungsbericht. Ein besonderer Vorteil der ALOPEXY Lösung ist, dass sie vor allem im Vergleich zu anderen Haarwuchsmitteln äußerst kostengünstig erworben werden kann.

Propecia Filmtabletten

Die Propecia Filmtabletten enthalten den Wirkstoff Finasterid und sind aus diesem Grund verschreibungspflichtig. Wer eine Tablette täglich über einen Zeitraum von mindestens sechs Monaten einnimmt, kann schon bald mit Ergebnissen rechnen. Wie wir auch in unserem Propecia Test darlegen, kann das Haarwuchsmittel mittlerweile eine lange Erfolgsgeschichte mit vielen zufriedenen Anwendern vorweisen.

Tipp: Um sich den Aufwand eines Apothekenbesuchs zu sparen, können Sie viele weitere Haarwuchsmittel mit Minoxidil und Finasterid bequem in einer Online-Apotheke bestellen. Die besten Apotheken inklusive Gutscheine finden Sie hier.

FAQ zu erblich bedingtem Haarausfall

Was ist erblich bedingter Haarausfall?

Erblich bedingter Haarausfall ist auch als androgenetische Alopezie bekannt. Wie der Name schon sagt, handelt es sich um eine Form von Haarausfall, deren Ursache in den Genen liegt. Eine bestimmte Kombination verschiedener Gene kann dafür sorgen, dass die Haarfollikel besonders empfindlich auf das Hormon Dihydrotestosteron (DHT) reagieren, welches aus Testosterin gebildet wird. Dadurch kommst es zu einem Absterben der Haarwurzeln, das mit Haarverlust einhergeht.

Wie verläuft genetisch bedingter Haarausfall?

Je nach Ausprägung und Veranlagung kann der erblich bedingte Haarausfall ganz unterschiedlich verlaufen. Typischerweise beginnt er mit der Bildung von Geheimratsecken und kann bis zum Entstehen einer tonsurähnlichen Glatze fortschreiten. Während der Haarverlust bei manchen Männern schon im jungen Alter beginnt und schnell voranschreitet, haben andere auch im hohen Alter nur ausgedünntes Haar auf den Schläfen.

Was tun gegen Haarausfall?

Wenn Sie vermuten, dass Sie unter androgenetischem Haarverlust leiden, konsultieren Sie einen Arzt/eine Ärztin, um sich über die Behandlungsmöglichkeiten aufklären zu lassen. Grundsätzlich gilt: diese Form von Haarausfall kann nicht geheilt oder dauerhaft rückgängig gemacht werden. Eine Therapie kann den Haarverlust aber aufhalten oder sogar zurückbilden, solange der Wirkstoff regelmäßig angewendet wird. Je früher Sie handeln, desto besser.

Hilft Minoxidil gegen Haarausfall?

Minoxidil ist mittlerweile ein bewährtes Mittel gegen genetisch bedingten Haarausfall bei Männern. Bei regelmäßiger Anwendung kann es die Alopezie stoppen und für vermehrtes Haarwachstum sorgen, indem es die Durchblutung der Haarwurzeln fördert. Mögliche Nebenwirkungen sind Rötungen, Juckreiz oder Entzündungen der Kopfhaut. Haarwuchsmittel mit diesem Wirkstoff werden als Schaum oder Lösung von außen auf den Kopf aufgetragen.

Hilft Finasterid gegen Haarausfall bei Männern?

Finasterid ist ein Wirkstoff, der die Bildung von DHT hemmt und so der androgenetischen Alopezie entgegenwirken kann. Anders als Minoxidil ist er verschreibungspflichtig und wird in der Form von Tabletten einmal täglich eingenommen. In seltenen Fällen können jedoch Nebenwirkungen wie ein vorübergehender Verlust der Libido, erektile Dysfunktion und ein Anschwellen der Brustdrüsen auftreten.

Welche Produkte können androgenetische Alopezie stoppen?

Der Markt für Haarwuchsmittel ist gigantisch und naturgemäß ist es nicht immer leicht, den Überblick zu behalten. In unserem Test haben sich besonders die Regaine Männer Produkte und die ALOPEXY 5% Lösung mit Minoxidil bewährt. Die Propecia Filmtabletten sind ein erfolgreiches Haarwuchsmittel mit Finasterid. Weitere Produkte finden Sie in unserem Haarwuchsmittel Test.

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Fazit

Erblich bedingter Haarausfall ist ein unangenehmes Leiden, von dem viele Männer früher oder später betroffen sind. Wenn Sie sich damit unwohl fühlen, müssen Sie sich aber keineswegs Ihrem Schicksal ergeben, sondern können über die regelmäßige Anwendung von Haarwuchsmitteln mit Minoxidil oder Finasterid dem Haarausfall entgegenwirken. Holen Sie sich dabei jedoch immer ärztlichen Rat.

Vielen Dank für die Bildquellen an Regaine.de und LMU München, Klinik und Poliklinik für Dermatologie und Allergologie, Prof. Dr. med. Hans Wolff sowie Karolina Grabowska, Craig McKay @pexels.com!

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2 Gedanken zu „Erblich bedingter Haarausfall bei Männern: Ursache, Verlauf und Therapie von androgenetischer Alopezie

  1. Robin

    Hallo alle zusammen,

    also als aller erstes ist es ersteinmal unglaublich wichtig die genaue Ursache zu kennen bevor man mit irgend einer Art von Behandlung anfängt. Dadurch erspart man sich wirklich sehr viel Zeit, und auch Geld!

    Minoxidil (oder auch unter dem Markennamen Regaine bekannt) wie oben schon erwähnt ist ein gutes Mittel um den erblich bedingten Haarausfall zu bekämpfen. Der Haarausfall wird solange aufgehalten wie man auch das Mittel einnimmt. Dieses muss man aber auch richtig anwenden, und man braucht auch ein wenig Geduld.

    Aber einem muss klar sein das wenn man das Mittel absetzt, einem die Haare wieder ausfallen werden.
    Und Finasterid gäbe es da auch noch, dies hat bei manchen aber ziemlich üble Nebenwirkungen.
    Ich würde deswegen es erst einmal Minox ausprobieren.

    Alle anderen „Wundermittel“ thaugen in der Regel nichts, bei androgenetischen Haarausfall!

    Bei kreisrunden oder diffusen Haarausfall schaut es wieder ganz anders aus, dort würde ich aufjedenfall das eigentliche Problem bekämpfen und nicht den Haarausfall nur hinaus zögern.
    Das heist wenn einem Nährstoffe fehlen diese zu ergänzen, liegt eine Autoimmunerkrankung vor würde einen Arzt um Hilfe bitten..

    Und falls es mal nicht gleich klappen sollte, nicht gleich den Kopf hängen lassen.
    Es gibt für fast jedes Problem eine passende Lösung, man muss sie nur finden! 🙂

    Antworten
  2. Maria

    Also mir ist wichtig das man nicht so viele Nebenwirkungen bekommt. Außerdem sollen die Mittel die ich verwende auch gut für die Umwelt sein und nicht das Grundwasser belasten. Deswegen liebe ich Naturprodukte :).

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