Ursachen von Haarausfall

Ursachen von Haarausfall

Um die Ursachen von Haarausfall wirksam mit speziellen Haarwuchsmitteln behandeln zu können, muss vorab eine exakte Diagnose vom Arzt durchgeführt werden. Daher bieten wir Ihnen hier eine Übersicht über die häufigsten Ursachen von Haarausfall.

Grundsätzlich besteht kein Grund zur Sorge, wenn Haare ausfallen. Es handelt sich dabei um einen ganz natürlichen Vorgang. So ist es auch normal, bis zu 100 Haare täglich zu verlieren.

Der Lebenszyklus unserer Haare besteht aus der Wachstumsphase, Übergangsphase und Ruhephase. Anschließend fällt das Haar aus und es wächst ein neues nach. Erst wenn sich mehr als 20% der Haare in der Ruhephase befinden, kann von einer Alopezie (Fachausdruck für Haarausfall) gesprochen werden. Wenn Sie feststellen (z.B. nach mehrwöchigem Zählen der täglich verlorenen Haare), dass Sie mehr Haare als üblich verlieren, sollten Sie einen Hautarzt konsultieren.

Zwischen dem Auslöser und dem sich daraus ergebenden Haarausfall können Wochen liegen. Grundsätzlich unterscheidet man zwischen den folgenden Ursachen für Haarausfall:

Häufigste Ursachen von Haarausfall: Erblich bedingter Haarausfall (Androgenetische Alopezie)

Der erblich bedingte Haarausfall ist mit 95% die weitaus häufigste Ursache von Haarausfall bei Männern und Frauen. Dabei spielt das männliche Geschlechtshormon Dihydrotestosteron (DHT) eine wichtige Rolle, das m.H. des Enzyms 5-alpha-Reduktase aus dem männlichen Geschlechtshormon Testosteron gebildet wird.

Bei Menschen mit androgenetischer Alopezie kommt es zu einer Überempfindlichkeit der Haarfolikel auf DHT, welche daraufhin schrumpfen. Die Haarwurzeln enthalten zudem vermehrt das Enzym 5-alpha-Reduktase, wodurch wiederum mehr DHT produziert wird.

Durch die Überempfindlichkeit auf DHT wird die Wachstumsphase der Haare von Männern und Frauen verkürzt. Die Haare wachsen somit schneller, fallen aber auch schneller aus. Die neu nachwachsenden Haare werden von Mal zu Mal dünner und die Haarwurzel schrumpft bis sie schließlich gänzlich abstirbt.

Der Haarausfall beginnt bei Männern mit androgenetischer Alopezie idR bereits in den Mittzwanzigern und zeigt sich in der Bildung von Geheimratsecken an den Schläfen. Diese weiten sich im Laufe der Zeit auf den gesamten Oberkopf aus und führen mit Ausnahme eines seitlichen Haarkranzes zu einer Glatze. Der Verlauf wurde mittels des Hamilton-Norwood-Schemas verdeutlicht, das auf ca. 80% der Betroffenen zutrifft. Dieses unterscheidet den Haarausfall zusätzlich noch einmal anhand des Tempos des Fortschreitens:

– Beginn des Haarausfalls in den 20-ern und rascher Fortgang (Früher Steppenbrand)
– Beginn des Haarausfalls in den 30-ern und idR langsamer Fortgang (Früher Schwelbrand)
– Beginn des Haarausfalls in den 40-ern und sehr langsamer Fortgang (Spättyp)

Androgenetische Alopezie bei Frauen verläuft hingegen meistens nach dem Ludwig-Schema. Hier lichtet sich das Haar vermehrt am Scheitels, wohingegen kein nennenswerter Haarausfall im Bereich der Schläfen und am Hinterkopf festgestellt wird.

Haarausfall durch Nährstoffmangel

Nach Diäten, Esstörungen, chronischen Darmerkrankungen, Infektionskrankheiten oder nach Operationen kann sowohl bei Frauen als auch Männern ein Nährstoffmangel auftreten, welcher Haarausfall verursacht.

Für ein gesundes Haarwachstum sind ausreichend Eiweiße sehr wichtig. Auch akuter Eisenmangel kann zu diffusem Haarausfall führen bzw. diesen verstärken. Eisenmangel entsteht entweder durch eine mangelnde Aufnahme von Eisen durch die Nahrung, eine verminderte Eisenaufnahme im Darm oder einen hohen Blutverlust, etwa durch die weibliche Menstruation oder ein Magen-Zwölffingerdarm-Geschwür. Abhilfe verschaffen Eisentabletten, die den Mangel schnell wieder ausgleichen können. Zink und Biotin (ebenfalls in Tablettenform frei im Handel erhältlich) sind ebenfalls wichtig für den Haarwuchs und können bei unzureichender Zufuhr durch entsprechende Medikamente leicht behandelt werden. Der Haarausfall endet idR sobald die Mangelerscheinung ausgeglichen wird.

Haarausfall durch Medikamente

Zu den möglichen Ursachen von Haarausfall zählen auch Medikamente oder besser ausgedrückt: Haarausfall als Nebenwirkung bei der Einnahme von Medikamenten, etwa bei cholesterinsenkenden Arzneimitteln, Mitteln zur Blutverdünnung, Retinoiden gegen Akne, Medikamenten gegen Schilddrüsenüber- oder Schilddrüsenunterfunktion oder Betablockern zur Senkung des Blutdrucks.

Haarausfall nach der Schwangerschaft

Insbesondere nach einer Geburt klagen viele Frauen über diffusen Haarausfall. Ursache ist die Veränderung des Hormongleichgewichts während der Schwangerschaft. Durch die vermehrte Östrogenproduktion verlängert sich die Wachstumsphase der Haare. Nach der Geburt erfolgt eine neuerliche Hormonumstellung, es werden weniger Östrogene produziert und die Haare fallen vermehrt aus. Diese Form des Haarausfalls reguliert sich jedoch idR schnell wieder von selbst. Die Einnahme eines speziellen Haarwuchsmittels für Frauen ist demzufolge meistens nicht notwendig.

Haarausfall in den Wechseljahren

Auch in den Wechseljahren beklagen viele Frauen einen übermäßigen Haarausfall. Dieses als chronisch telogenes Effluvium (CTE) bezeichnete Phänomen ist jedoch genau wie der Haarausfall nach einer Schwangerschaft ein temporäres Problem, dass sich idR von allein wieder gibt.

Haarausfall durch Chemotherapie

Patienten, die sich infolge einer Krebserkrankung einer Chemotherapie unterziehen mussten, müssen ebenfalls mit massivem Haarverlust rechnen. Dieser betrifft idR nicht nur das Kopfhaar, sondern auch Wimpern, Augenhaare und die restliche Körperbehaarung. Nach Therapieende wachsen die Haare normalerweise in gleicher Intensität wie vor der Chemotherapie wieder nach. Die Einnahme von Haarwuchsmitteln ist daher nicht zwangsläufig notwendig – sie kann den Haarwuchs aber beschleunigen.

Haarausfall durch Infektionen

Auch Pilzinfektionen, Infektionen mit Bakterien oder Viren, Neurodermitis oder andere Hautekzeme an der Kopfhaut können zu Haarausfall führen.
Bei Verbrennungen oder Verletzungen durch Säuren oder Laugen kann es darüber hinaus zur kompletten Zerstörung der Haarwurzeln kommen, so dass hier dauerhaft keine Haare mehr nachwachsen.

Selten ist Haarausfall auf Vergiftungen, etwa durch Quecksilber, Thallium, Arsen oder Kadmium zurückzuführen.

Haarausfall durch psychische Erkrankungen

Auch psychische Belastungen wie Stress können zu Haarausfall führen. Ähnlich wie die Androgene beim androgenetischen Haarausfall können auch der Abbau von Stresshormonen die Haarwurzeln schädigen. Dabei kommt es ebenfalls zu einer Verkürzung der Wachstumsphase des Haares und die Haarwurzeln sterben ab.

Haarausfall durch die falsche Haarpflege

Viel hilft nicht automatisch viel. Wenn die Haare regelmäßig einem heißen Föhn, Glätteisen, Lockenstab oÄ ausgesetzt oder blondiert werden, kann die Haarstruktur Schaden nehmen, so dass die Haare schneller abbrechen. Haarausfall im herkömmlichen Sinne wird durch die falsche Pflege jedoch nicht erzeugt.

Gefährlicher ist hingegen ein zu hoher mechanischer Druck auf die Haarwurzeln, etwa durch regelmäßige straffe Pferdeschwänze oder Flechtzöpfe. Diese können tatsächlich eine „hohe Stirn“ und demzufolge einen langfristigen Haarausfall verursachen.

Bildquelle: Vielen Dank an bykst für das Bild (© bykst/www.pixabay.com).

2 Gedanken zu „Ursachen von Haarausfall

  1. Robin

    Toller Artikel, sehr gut und ausführlich verfasst!

    Wie oben bereits schon erwähnt wurde, es gibt mehrere Arten von Haarausfall.
    Und um diesen effektiv bekämpfen zu können ist es erst einmal sehr wichtig erstmal dessen Ursache festzustellen.

    Haarausfall kann viele Gründe haben, daher gibt es auch einige Behandlungsmethoden die Funktionieren oder eben auch nicht.
    Wenn eine mal nicht funktionieren sollte dann nicht gleich aufgeben, es gibt für fast jedes Problem eine passende Lösung.

    Es gibt wirklich viele Mittel/Cremes/Shampoos die versprechen den Haarausfall sofort zu stoppen, diese helfen in der Regel aber eigentlich nicht also aufpassen und genau informieren!
    Shampoos sind in der Regel zur Unterstützung gedacht, alleine stoppt es den Haarausfall in der Regel nicht. (in der Regel, je nach Ursache des Haarausfalls)

    Bei erblich bedingten Haarausfall gibt es Regaine mit dessen Wirkstoff Minoxidil was sich als sehr wirksam erwiesen hat und klinisch getestet wurde. Aber bei absetzen des Mittels beginnt der Haarausfall wieder.
    Ein Mittel was den androgenetischen Haarausfall dauerhaft stoppen kann gibt es noch nicht..

    Diffuser und Kreisrunder Haarausfall kann hingegen viele Ursachen haben, fehlen einem die Nährstoffe gibt man wie schon oben beschrieben diese in Form von Nahrungsergänzungsmitteln und/oder einer ausgewogenen Ernährung hinzu.
    Handelt es sich um eine Autoimmunerkrankung oder derart gleichen sollte man hingegen dringend einen Arzt aufsuchen, da dieser bessere Mittel hat um die genaue Ursache zu analysieren.

    Also ich hoffe ich konnte euch weiterhelfen, viel Erfolg!

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