Haarausfall durch eine Chemotherapie

Haarausfall durch eine Chemotherapie: Ursachen, Verlauf & Behandlung

Haarausfall durch eine Chemotherapie ist nicht einfach zu verarbeiten. Hier erfährt man alles über die Ursachen, den Verlauf und wie man den Verlust des Haares aufhalten kann.

Eine Chemotherapie verlangt dem Körper einiges ab. Neben Schwächegefühl, Erbrechen, Schleimhautentzündungen und Blutbildveränderungen, ist der Haarausfall für die Patienten oftmals besonders schwer zu ertragen. Denn der Haarverlust trägt die Krankheit nach außen, macht einem selbst und seine Umgebung ständig auf die Krankheit aufmerksam.

Um eine Krebserkrankung zu überwinden, versuchen die meisten natürlich den Haarverlust zu akzeptieren. Studien haben erwiesen, dass man dies besser kann, wenn man sich bereits vor der Chemo mit diesem Thema auseinander setzt. Im folgenden Artikel wird sich mit den Ursachen und dem Verlauf von Haarausfall durch eine Chemotherapie beschäftigt, gezeigt, wie man mit dem Haarverlust umgehen kann und erläutert, wie man die Haare und Kopfhaut am besten pflegen kann.

Ursachen und Verlauf von Haarausfall durch eine Chemotherapie

Die Medikamente, die bei einer Chemotherapie für den Haarausfall verantwortlich sind, heißen Zytostatika. Nicht alle Zytostatika verursachen Haarausfall, die meisten wirken allerdings besonders auf schnell wachsende und sich teilende Zellen. Dazu gehören Schleimhäute, Blutzellen und auch Haarwurzeln. Die Haarwurzeln werden also beschädigt beziehungsweise zerstört, was die Ursache für den Haarausfall bildet. Dabei beschränkt es sich nicht nur auf die Kopfhaare, auch Wimpern, Augenbrauen, Scham- und alle anderen Körperhaare sind betroffen. Es kommt aber ganz darauf an, wie stark die Dosis der Zytostatika ist. Bei einer niedrig dosierten Chemo, fallen nicht alle Haare zwangsläufig aus. Auch die persönliche Veranlagung spielt dabei eine große Rolle.

Sieben bis zehn Tagen nach Beginn der Chemo fallen den Patienten häufig die ersten Haare aus. Der Haarausfall durch eine Chemo beginnt meistens im Scheitelbereich und über den Ohren. Allerdings hält sich dieser Ausfall in Grenzen. Die meisten Haare verliert man zwischen der vierten und der achten Woche der Behandlung. Dasselbe gilt auch für Wimpern, Augenbrauen und andere Körperbehaarung. Für Außenstehende wird der Haarverlust übrigens erst nach dem Ausfall der Hälfte aller Haare sichtbar.

Nach Beendigung der Chemotherapie, benötigt der Körper circa drei Monate, um das Zytostatikum wieder abzubauen. Nach diesen drei Monaten setzt spätestens bei 99% aller Patienten das Haarwachstum wieder ein. Dass es zum dauerhaften Haarverlust kommt, ist zwar schon vorgekommen, die Wahrscheinlichkeit ist jedoch mehr als gering. Nach sechs Monaten ist der Kopf bei den meisten wieder komplett bedeckt. Die Haarstruktur kann sich allerdings verändern, was an den beschädigten Haarwurzeln liegt. Das Haar wirkt bei vielen lockiger, dünner und spröder. Aber auch diese Symptome können sich mit der Zeit wieder legen.

Einige Studien und Versuche zeigen, dass es möglich ist, denn Haarausfall durch eine Chemotherapie zu verhindern, indem die Patienten bestimmt Kühl- beziehungsweise Kältehauben tragen. Durch die Unterkühlung der Kopfhaut wird diese weniger durchblutet und es gelangen nicht so viele Zytostatika in die Haarwurzeln. Allerdings könnten so versprengte Tumorzellen unter der Kopfhaut ebenfalls nicht so gut behandelt werden. Aus diesem Grund raten die meisten Ärzte von dieser experimentellen Methode ab.

Haar- und Kopfhautpflege während und nach einer Chemotherapie

Viele Betroffene greifen nach erstem Haarausfall durch eine Chemotherapie zum Rasierer und scheren sich den Kopf. Eine so plötzliche, radikale Veränderung ist für einige erträglicher als der langsame, stetige Verlust einzelner Haarbüschel. Andere tun alles, um sich die Haarpracht so lange wie möglich zu erhalten, indem sie beispielsweise Haarnetze während des Schlafens tragen. Wie man mit dem Haarverlust umgeht, ist jedoch jedem selbst überlassen.

Während und nach der Chemo sollte man aber dennoch bei der Haarpflege auf einiges achten:

Kämmen: Um den Haarausfall hinauszuzögern sollte man sich nur noch mit Kämmen, die einen großen Zinkenabstand haben oder mit sehr weichen Bürsten die Haare bürsten.

Haare waschen: Man sollte sich die Haare nicht mehr täglich waschen, da dies den Haarausfall nur beschleunigt. Wichtiger ist allerdings, dass man milde und parfümfreie Shampoos (zum Beispiel Babyshampoo) verwenden sollte, denn diese greifen die Kopfhaut nicht an.

Haare trocknen: Beim Haare trocknen sollte man darauf achte, dass man die Haare lediglich vorsichtig mit einem Handtuch abtupft und dann an der Luft trocknen lässt. Starkes rubbeln und Föhnen sind kontraproduktiv für den Haarerhalt.

Haare färben: Das Färben ist während und einige Zeit nach der Chemo tabu!

Wahl des Kopfkissens: Je weicher das Kopfkissen, desto weniger Haare werden während des Schlafens herausgerissen. Am besten eignen sich sehr glatte Kopfkissen zum Beispiel aus Seide.

Pflegende Öle und Cremes verwenden: Die Kopfhaut ist zur Zeit der Chemo sehr empfindlich. Das liegt zum einen daran, dass die starken Medikamente die Haut des ganzen Körpers rissiger und trockener machen, zum anderen ist es die Kopfhaut nicht gewohnt an der offenen Luft zu sein. Aus diesen Gründen kann es vorkommen, dass sie häufig juckt und brennt. Pflegende Öle und reichhaltige Cremes helfen dabei diese störende Nebenwirkung zu vermeiden.

Schutz vor Wärme & Kälte: Die Kopfhaut muss, wie die Haut des ganzen Körpers vor Sonne und Kälte geschützt werden. Man sollte sie also mit Kopfbedeckungen und Sonnencreme davor schützen.

Perücke, Kopftuch oder Mütze: Immer mehr Menschen entscheiden sich dazu, ohne Perücke in die Öffentlichkeit zu gehen und ihren meist kahlen Kopf nicht zu verstecken. Falls man sich jedoch zu sehr an den Blicken der anderen stört, wäre doch eine Perücke zu empfehlen. Diese sollte man sich bereits vor Beginn der Chemo anfertigen lassen, da man sich dann an sie gewöhnen kann und sie nachgefärbt und geschnitten werden kann. Für Frauen übernehmen auch gesetzliche Krankenkassen häufig einen Teil der Kosten. Wie viel ist von Krankenkasse zu Krankenkasse unterschiedlich.

Haarwachstum fördern nach der Chemotherapie

Das Haarwachstum nach einer Chemotherapie besonders schnell zu fördern, ist leider nicht möglich. Man sollte vor allem keine Shampoos verwenden, die angeblich durchblutungsfördernd sind, denn das widerspricht der Wirkung der Chemo, die dafür gesorgt hat, dass die Durchblutung und das damit verbundene Gefäßwachstum gehemmt werden. Unser Haarwuchsmittel Test für Frauen bzw. Haarwuchsmittel Test für Männer vergleicht jedoch einige Produkte wie Regaine Männer bzw. Regaine Frauen oder Thiocyn, die das Haarwachstum nach der Chemo fördern können. Dafür ist allerdings Geduld gefragt. 6 Monate müssen Sie auch hier warten, bis erste Ergebnisse sichtbar werden. Ansonsten kann man sein Haarwachstum genauso fördern wie man es vor einer Chemotherapie getan hat. Durch gesunde Ernährung und Vitamine.

Bildquelle: Vielen Dank an cristhianelouback0 für das Bild (© cristhianelouback0/www.pixabay.com).

Ein Gedanke zu „Haarausfall durch eine Chemotherapie: Ursachen, Verlauf & Behandlung

  1. Sylvia

    Danke schön für deinen praktischen Beitrag.

    Ich stöbere bereits seit Längerem auf deinem interessanten Blog.
    Und jetzt musste mich mal zu Wort melden .

    Mache genauso weiter, freue mich schon auf den nächsten Beitrag

    Antworten

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