Formen von Haarausfall

Formen von HaarausfallNeutralität mutual geprüft

Es gibt vier verschiedene Formen von Haarausfall, die wir hier näher vorstellen. Die gute Nachricht: nachdem die Ursache und Form diagnostiziert wurde, kann gezielt gegen den Haarverlust vorgegangen werden.

Täglich verliert ein Mensch ca. 100 Haare. Das ist ganz normal und kein Grund zur Sorge. Stellt man allerdings über längere Zeit einen verstärkten Haarverlust fest, sollte unbedingt geklärt werden, welche Ursachen und Formen des Haarausfalls infrage kommen.

Die gute Nachricht: gerade bei hormonell oder nährstoffbedingtem Haarausfall gibt es mittlerweile zahlreiche Haarwuchsmittel für Frauen und Haarwuchsmittel für Männer, die schon innerhalb kurzer Zeit zu sichtbar positiven Ergebnissen führen. Doch dafür ist ein Arztbesuch unumgänglich. Denn je früher der Haarausfall diagnostziert wird, desto mehr Haar kann erhalten werden.

Wann spricht man von Haarausfall?

Verliert man tagtäglich mehr als 100 Haare, spricht man von übermäßigem Haarausfall, denn ab dieser Anzahl kann die Menge an ausgefallenen Haaren nicht mehr von neuen Haaren ersetzt werden. Dadurch nimmt die Haarmenge insgesamt mit der Zeit ab und es entsteht langfristig nicht mehr regenerierbarer Haarausfall.

Übersicht Formen von Haarausfall

Erblicher Haarausfall (Androgenetische Alopexie)

Der erbliche Haarausfall (Androgenetische Alopexie) ist die mit weitem Abstand häufigste Form von Haarausfall und tritt vor allem bei Männern auf. Zwischen 70 und 80% aller Männer sind im Laufe ihres Lebens von der androgenetischen Alopezie betroffen, wobei der Haarausfall häufig bereits in jungen Jahren auftritt. Dabei reagiert das Haarfolikel überempfindlich gegenüber dem aus dem männlichen Geschlechtshormon Testosteron gebildeten Dihydrotestosteron (DHT). Infolgedessen bilden sich die Blutgefäße, die die Haarfollikel mit den für das Haarwachstum wichtigen Nährstoffen versorgen zurück und die Follikel verkümmern aufgrund der Unterversorgung. Darüber hinaus verkürzt sich die Wachstumsphase und die Ruhephase der Haare verlängert sich. Der Haarzyklus wird somit immer kürzer. Die Haare werden immer dünner bis die Haarwurzel schließlich gänzlich abstirbt.

Die Überempfindlichkeit ist erblich bedingt. Daher können auch Frauen unter genetisch bedingtem Haarausfall leiden.

Verlauf der Androgenetischen Alopezie
Charakteristisch ist für die androgenetische Alopezie, dass sie zunächst mit beidseitigem Zurückweichen der Haargrenze an der Stirn (Geheimratsecken) beginnt und später auch die oberen und hinteren Schädelregionen betrifft.

Kreisrunder Haarausfall (Alopecia areate)

Die konkrete Ursache des kreisrunden Haarausfalls ist noch nicht bekannt. Vermutet wird, dass die Erkrankung durch einen Fehler im Immunsystem begünstigt wird, bei der das eigene Abwehrsystem die Haarfollikel angreifen, diese aber nicht vollends zerstören. Die Alopecia areate scheint vererbbar zu sein. Belegstudien stehen hierzu aber noch aus.

Verlauf der Alopezia areate
Der kreisrunde Haarausfall tritt -wie der Name bereits verrät- insbesondere fleckenförmig an einzelnen Kopfstellen auf. Auch hier sind weitaus häufiger Männer betroffen. Das Besondere am kreisrunden Haarausfall: bei 1/3 der Betroffenen wächst das Haar innerhalb von 6 Monaten, bei einem weiteren Drittel nach 12 Monaten normal wieder nach. Bei 1/3 schreitet der kreisrunde Haarausfall weiter voran und kann zur vollständigen Glatze führen.
Zudem ist charakteristisch, dass es beim kreisrunden Haarausfall Rückfallquoten von ca. 75% gibt.

Diffuser Haarausfall (Diffuse Alopezie)

Charakteristisch für den diffusen Haarausfall ist, dass das gesamte Kopfhaar dünner wird, allerdings der Haarausfall nur sehr selten zu einer Glatze führt.
Diese Formen von Haarausfall kommt häufiger bei Frauen als bei Männern vor.

Beim diffusen Haarverlust kommen viele verschiedene Ursachen für den Haarausfall in Betracht. Darunter fallen:

Haarausfall durch Nähstoffmangel (z.B. Eisen, Zink, Selen, Vitamin A, B, H & K)
• Haarausfall durch Krankheiten oder Vergiftungen (Grippe, Stoffwechselerkrankungen etc.)
• Haarverlust durch Medikamente (Blutverdünner, Betablocker)
• Haarausfall durch übermäßige Haarpflege
• Haarausfall durch psychologische Erkrankungen (Stress)
• Haarverlust durch hormonelle Schwankungen (z.B. durch Schwangerschaft, Menopause)

Verlauf der Verlauf der Diffusen Alopezie
Charakteristisch für den diffusen Haarausfall ist, dass sehr viele Haarfollikel gleichzeitig in die Rückbildungsphase kommen und dadurch ein diffuser Haarausfall, der sich über das gesamte Kopfhaar verteilt, verursacht wird.

Der chronische diffuse Haarausfall hält in der Regel so lange an, bis die Ursache erkannt und entsprechend medikamentös behandelt wird.

Narbiger Haarausfall

Beim narbigen Haarausfall handelt es sich idR um einen örtlich begrenzten Haarausfall, dessen Ausdehnung sehr verschieden ausgeprägt sein kann. Als Grund der Alopezie hat die Forschung eine Erkrankung der Kopfhaut (z.B. durch Verbrennungen, Verätzungen, Strahleneinwirkung aber auch durch Pilze bzw. Bakterien verursachte Kopfhautinfektionen, Nebenwirkungen von Medikamenten oder Autoimmunerkrankungen) ermittelt, in deren Folge die Haare ausfallen. Dementsprechend kann die Ausbreitung des narbigen Haarausfalls nur durch die Heilung der Grunderkrankung gestoppt werden.

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Untersuchungen zur Bestimmung des Haarausfalls beim Dermatologen

Zur Bestimmung des Haarausfalls wird ihr Arzt wird zunächst ihre Kopfhaut untersuchen, um anhand charakteristischer Formen des Haarausfalls bereits erste Rückschlüsse auf mögliche Ursachen ziehen zu können. Insbesondere der erblich bedingte Haarausfall und der kreisrunde Haarausfall können so bereits eindeutig diagnostiziert werden.

Beim diffusen Haarausfall kommen wie oben bereits beschrieben, zahlreiche Ursachen für den Haarausfall infrage. Daher sind hier auch weitere Untersuchungen vonnöten. Zunächst wird beim Verdacht auf diffusen Haarausfall eine Blutuntersuchung vorgenommen. Diese klärt u.a. durch die Bestimmung des Hämoglobin- und TSH-Wertes ab, ob ein bestimmter Nährstoffmangel (z.B. Eisen) oder eine Stoffwechselstörung (z.B. Erkrankung der Schilddrüse) vorliegt.

Natürlich kann auch das Haar selbst einer Untersuchung unterzogen werden, etwa durch den Zupftest. Bei diesem wird an einem Haarbüschel gezogen wird und festgestellt, wie schnell sich die vorhandenen Haare von der Kopfhaut trennen.

Darüber hinaus wird zum Teil auch eine Haarwurzeluntersuchung ausgeführt. Hierfür werden ca. 30 Haare mit Hilfe einer Klemme ausgerissen. Das sich hieraus ergebende Trichogramm zeigt, wie viele Haare sich in den unterschiedlichen Wachstumsphasen befinden.

Geben die beschriebenen Methoden keinen Aufschluss über die Ursachen und Formen des Haarausfalls, kann auch noch eine Gewebeprobe entnommen werden.

Nicht genetische Ursachen bei Haarausfall

Nicht immer liegt die Ursache von Haarausfall in genetischen Bedingungen – in diesen Fällen sollten daher immer zusätzlich noch andere Ursachen für Haarverlust betrachtet werden.

Haarverlust infolge von Medikamenteneinnahme

Viele Medikamente können Haarausfall verursachen, da sie die Wachstumszyklen des Kopfhaars negativ beeinflussen und die Haarwurzeln schädigen.

haarausfall durch eine medikamenteneinnahme

Inhaltsstoffe die Haarausfall verursachen können sind zum Beispiel:

• Hormonpräparate
• Betablocker
• Ibuprofen
• Schilddrüsenmedikamente
• Medikamente zur Cholesterinsenkung
• Vitamin A-Präparate
• Gerinnungshemmer (z.B. Marcumar)
• Bestimmte Psychopharmaka

Haarausfall infolge einer Geburt

Bei hormonellen Veränderungen im Körper, wie beispielsweise nach der Schwangerschaft oder in den Wechseljahren, kann es ebenfalls zu Haarverlust kommen. Generell werden die Haare mit steigendem Alter immer dünner und es kommt häufiger einmal zu Haarausfall.

haarausfall durch schwangerschaft und wechseljahre

Wie eine Chemotherapie Haarausfall verursachen kann

Viele Medikamente, die beispielsweise bei einer Chemotherapie gegen Krebs eingesetzt werden, greifen die Haarfollikel an und führen dadurch, solange sie eingesetzt werden, zu Haarausfall.

Haarausfall als Symptom bei schweren Erkrankungen

Für folgende Krankheiten kann Haarausfall ein Symptom sein:
• Morbus Crohn
• Diabetes mellitus
• Blutarmut
• Fortgeschrittene Syphilis Infektion

Haarverlust durch Hitzeeinwirkung oder mechanische Belastung

Mechanische Reibung und gezieltes Ausreißen von Haaren können als mechanische Belastungen zu Haarausfall führen. Das gleiche gilt für Hitzeeinwirkungen, wie Verbrennungen und Verbrühungen. Hierbei unterscheidet man 3 verschiedene Formen:
• Trichotillomanie: Betroffene reißen sich zwanghaft selbst die Haare aus und mindern dadurch zunehmend ihre Haardichte
• Trichotemnomanie: Patient schneidet sich heimlich selbst die Haare mit einer Schere ab
• Traktionsalopezie: es wird langfristig mechanisch an Haaren gezogen, tritt häufig bei Personen auf ihre Haare oft zum Pferdeschwanz gebunden tragen

haarausfall durch hitze oder mechanische einwirkung

Angeborene Haarlosigkeit

Eine besondere, auf Gendefekte zurückzuführende Form von Haarausfall ist die angeborene Haarlosigkeit. Bei dieser haben Menschen von Geburt an in bestimmten Körperregionen, manchmal sogar am ganzen Körper, keine Haare. Es gibt mehrere Arten der angeborenen Haarlosigkeit. Diese Form von Haarausfall ist jedoch sehr selten.

Kann Haarausfall von alleine wieder aufhören?

Während nicht-genetisch bedingter Haarausfall wieder von alleine aufhören kann wenn sich die jeweiligen Bedingungen ändern, ist das für erblich bedingten Haarausfall, dessen Ursprung in der Genetik verankert ist, nicht der Fall. Im Gegenteil – dieser kann unbehandelt mit fortschreitender Zeit sogar zunehmen. Umso wichtiger ist es, dass Sie die Form des Haarausfalls rechtzeitig erkennen und gegebenenfalls behandeln. Dadurch kann der Haarausfall verringert und teilweise sogar ganz gestoppt werden. Manchmal ist auch eine (teilweise) Wiederherstellung der Haare möglich, wenn man die Form des Haarausfalls rechtzeitig erkennt und behandelt.

Bei nicht genetisch-bedingtem Haarausfall, wie beispielsweise durch Stress, ist es oft der Fall, dass dieser sich von selbst wieder reguliert. Ist der Haarverlust von einem Medikament verursacht, hört er meistens von selbst wieder auf sobald man das Medikament absetzt. Auch nach Schwagerschaften reguliert sich das Haarwachstum idR nach wenigen Monaten von selbst wieder. Bei mechanischen Einflüssen oder durch Hitzeeinfluss pendelt sich das Haar ebenfalls wieder ein sobald die negative Beeinflussung getoppt wird. Ist der Haarausfall Symptom einer Krankheit, hört er bei der Behandlung der Grunderkrankung oftmals wieder auf.

Fazit: Sie sollten sich ausführlich mit den verschiedenen Formen des Haarausfalls vertraut machen, um im Ernstfall richtig handeln zu können. Dadurch haben Sie die besten Chancen, den Haarverlust zu stoppen und stärkere Veränderungen ihrer Haare zu verhindern.

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