Haarausfall durch Erkrankungen und Infektionen

Haarausfall durch Erkrankungen und Infektionen

Krank zu sein kann im akuten Fall zu einer mentalen Belastung werden, insbesondere wenn zusätzlich die Haarstruktur geschädigt wird. Hier erhalten Sie Informationen zu Ursachen, Verlauf und Maßnahmen bei Haarausfall durch Erkrankungen und Infektionen.

Ursachen für Haarausfall durch Erkrankungen und Infektionen

In Deutschland leidet eine Vielzahl an Männern und Frauen an Haarausfall. Die Ursachen hierfür sind so vielfältig wie der Mensch selbst. Neben dem erblich bedingten Haarausfall bei Männern bzw. dem erblich bedingten Haarausfall bei Frauen und dem kreisrunden Haarausfall bildet der diffuse Haarausfall die dritte große Gruppe. Hierunter fällt auch der Haarausfall durch Erkrankungen und Infektionen.

Haarausfall durch Infektionen

Durch Infektionen verursachter Haarausfall, auch als „alopecia parvimaculata“ bezeichnet, geht stets mit Fieber einher. Steigt die Körpertemperatur auf über 39 °C an, werden nach und nach die Haarfollikel geschädigt. Der Körper ist damit beschäftigt Abwehrkräfte aufzubauen und entzieht seine Energie anderen Bereichen, so auch den Haarfollikeln. Diese gehen in eine Ruhe- bzw. Ausfallphase, da sie nicht mehr ausreichend versorgt werden. Das Wachstum ist gestört und nach ungefähr drei bis vier Monaten beginnen die Haare auszufallen.

Selbst eine Grippe kann im akuten Fall zu Haarausfall führen. Auch Infektionen wie Scharlach, Typhus, Gürtelrose, Hepatitis oder Syphilis kommen als Ursache für Haarausfall in Frage.

Haarausfall durch Diabetes

Viele Menschen sind von Diabetes betroffen. Haarausfall durch Diabetes tritt nur dann auf, wenn sich die betroffene Person dieses Umstandes nicht bewusst ist. Insulinmangel bewirkt eine Unterversorgung des Energiehaushaltes im Körper, welche unter anderem auch auf dem Kopf spürbar wird. Die Haarfollikel sind unterernährt und allmählich nicht mehr in der Lage die Haarwurzeln festzuhalten bzw. das weitere Wachstum der Haare zu gewährleisten.

Oft geht Diabetes auch mit emotionalem Stress einher, der ebenfalls eine Ursache für Haarausfall sein kann.

Haarausfall durch Kopfhauterkrankungen

Waschen, Pflegen, Färben, Flechten, Föhnen – unser Haar und unsere Kopfhaut werden oft stark strapaziert. Die Haarfollikel werden geschädigt und Allergien, Juckreiz und Haarausfall können die Folge sein.

Schuppenflechte: Das Wachstum der Haare ist an den entsprechenden Stellen, wo Schuppenflechte auftritt, stark beeinträchtigt. Die Kopfhaut ist gereizt und die Haare werden zunehmend brüchiger. Oft lösen sich die Haare gemeinsam mit den Schuppen und fallen aus.

Neurodermitis: Bei dieser Krankheit leidet der Betroffene unter starkem Juckreiz. Wer hier häufig und vor allem zu stark kratzt, riskiert durch Schädigung der Kopfhaut Haarausfall.

Pilzerkrankungen: Pilze können die Kopfhaut stark reizen und die Schuppenbildung fördern. In diesem Fall erhalten die Haarwurzeln nicht mehr genügend Nährstoffe und es kommt zum Haarausfall.

Haarausfall durch Umweltgifte

Farbe, Lacke, Legierungen, Öle, Metalle, Pestizide und andere Gifte – das, was der Körper aufnimmt, gelangt automatisch auch über die Haarwurzeln in die Haare. Haarausfall durch Vergiftungserscheinungen kommt äußerst selten vor, sollte aber nie grundsätzlich ausgeschlossen werden. Das beste Beispiel liefert hier die Zahnmedizin. Amalgamfüllungen oder Palladium in Billigkronen können die Haarstruktur derart schädigen, dass das Haar brüchiger und anfälliger wird und letztendlich ausfällt.

Haarausfall durch Funktionsstörungen der Schilddrüse

Bei der Schilddrüse wird zwischen einer Überfunktion und einer Unterfunktion unterschieden. Beklagt sich ein Patient über Haarausfall, wird bereits am Anfang – nach Ausschluss des erblichen Haarausfalls – überprüft, ob dieser mit der Schilddrüse zusammenhängt.

Liegt eine Unterfunktion vor, wird das Haar feiner und die Haardichte nimmt kontinuierlich ab. Dies geschieht sowohl bei den Kopfhaaren als auch bei den Körperhaaren und den Augenbrauen.

Liegt hingegen eine Überfunktion vor, äußert sich die Störung des Haarwachstums durch dünne und brüchige Haare. Der Lebenszyklus verringert sich erheblich, die Haare erreichen also nur noch eine geringe Länge und gehen früher in die Ruhephase über und fallen aus.

Haarausfall durch Medikamente

Medikamente gelangen über die Blutbahn in die Haarwurzeln. Sie verlangsamen das Haarwachstum oder schädigen die Haarstruktur. Der Haarzyklus gerät derart aus dem Takt, dass die Haare im gleichen Zeitraum eine geringere Länge erreichen als ohne Medikamenteneinfluss, bevor sie in die Ruhephase eintreten.

Betablocker als Blutdrucksenker, Lipidsenker gegen einen zu hohen Cholesterinspiegel, Antibabypillen mit einem hohen Anteil an Gelbkörperhormonen (Gestagen), Blutgerinnungshemmer in hoher Dosierung, bestimmte Antibiotika und Chemotherapeutika zur Krebsbehandlung können mögliche Verursacher für Haarausfall sein.

Haarausfall durch Bestrahlung und Chemotherapie

Während der Chemotherapie werden bestimmte Medikamente, sogenannte Zytostatika, eingesetzt. Sie verlangsamen die Zellteilung oder halten sie gänzlich auf. Dieser Prozess ist entscheidend im Kampf gegen Krebs. Durch bestimmte Zytostatika sind auch die Haarwurzelzellen betroffen, welche genau wie die Krebszellen zu den schnell wachsenden und sich häufig teilenden Zellen gehören.

Etwa sieben bis zehn Tage nach Einnahme der Zytostatika gerät der natürliche Haarwachstumsprozess aus dem Gleichgewicht. Das bedeutet: Beim Haarausfall durch eine Chemotherapie ist die Zellteilung gestört und das Haar beginnt an den betroffenen Stellen dicht über der Kopfhaut abzubrechen oder auszufallen.

Ein seltener Faktor bei Haarausfall ist die Strahlentherapie. Auch hier können die Haarwurzeln derart geschädigt werden, dass die Haare sich nicht regenerieren können und ausfallen. Dies gilt allerdings nur für die Strahlentherapie im Kopfbereich.

Der typische Verlauf von Haarausfall nach Erkrankungen und Infektionen

Je nach Art und Schwere der Erkrankung bzw. Infektion können zwei Wochen bis hin zu ein paar Monaten vergehen, bevor die Haare beginnen auszufallen. Wie stark der Haarausfall durch Erkrankungen und Infektionen dabei vonstattengeht, variiert von Fall zu Fall. Meistens jedoch betrifft der Haarausfall den gesamten Kopfbereich – das Haar verliert an Fülle und wirkt kraftloser. Es können aber auch einzelne Bereiche wie der Scheitel, der Hinterkopf oder die Geheimratsecken betroffen sein, wo der Haarwuchs langsam zurückgeht und das Haar insgesamt lichter wirkt. Völlige Kahlheit tritt bei Haarausfall durch Erkrankungen und Infektionen nur äußerst selten auf. Lediglich bei der Einnahme von bestimmten Medikamenten, der Chemotherapie und der Strahlentherapie ist eine Glatzenbildung nicht auszuschließen.

Haarausfall nach Erkrankung oder Infektion: Was tun?

Wenn Sie die ersten Anzeichen für Haarausfall feststellen, etwa dass Ihnen täglich wesentlich mehr als die normale Menge von 100 Haaren ausfallen, sollten Sie in jedem Fall einen Arzt konsultieren. Es muss zunächst die Ursache für den Haarausfall geklärt werden, um entsprechende Maßnahmen, falls notwendig, ergreifen zu können.

Grundsätzlich gilt: Wird der Haarausfall durch eine Erkrankung oder Infektion verursacht, können Sie in der Regel aufatmen. Sobald die Krankheit überstanden ist oder richtig behandelt wird, wie Diabetes oder Schilddrüsenfehlfunktionen, oder das entsprechende Medikament abgesetzt wurde, regenerieren sich die Haarwurzeln wieder. Es ist allerdings Geduld gefragt, da einige Wochen oder Monate vergehen können, bis sich ihr Haarwuchs wieder normalisiert.

In seltenen Fällen werden die Haarwurzeln derart geschädigt, dass das Haar sich nur schwer wieder erholt. Bei der Strahlentherapie im Kopfbereich kann es wesentlich länger dauern, bis sich der erste Flaum wieder bildet und auch das Haar an sich kann wesentlich schütterer verbleiben als vorher.

Es besteht die Möglichkeit das Haarwachstum zu unterstützen und für eine ausreichende Energiezufuhr der Haarwurzeln zu sorgen. Vitaminpräparate wie Biotin oder Supradyn enthalten alle wichtigen Nährstoffe, die ihre Haare nach einem Haarausfall durch Erkrankungen und Infektionen benötigen, um die Zellteilung anzuregen. Vor der Einnahme solcher Präparate sollten Sie unbedingt Rücksprache mit Ihrem behandelnden Arzt halten.

Bildquelle: Vielen Dank an Photographee.eu (©Photographee.eu/www.fotolia.com) für das Bild

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