Der menschliche Haarzyklus

Der Haarzyklus: Wachstumsphase, Übergangsphase und Ruhephase

Jedes menschliche Haar wächst nach einem eigenen Haarzyklus. Der Haarzyklus wiederholt sich im Laufe unseres Lebens bis zu zwölfmal und verläuft in den drei Phasen Wachstumsphase, Übergangsphase und Ruhephase.

Einzelne Haare wachsen nicht ein ganzes Leben lang sondern fallen irgendwann aus. Jeder der 90000-150000 Haarfollikel (Röhrenförmige Einstülpung in der oberen Hautschicht, in der die Haare produziert werden) hat seinen eigenen Haarzyklus und das ist auch gut so. Denn wenn alle Follikel denselben Zyklus hätten, würde der Mensch mit einem Mal alle seine Haare verlieren, sowie es zum Beispiel beim Winterfell vieler Tiere der Fall ist. Das anachronische Wachstum sichert dem Menschen also einen dauerhaft vollen Haarkranz und ist auch der Grund dafür, dass z.B. eine Haarentfernung nicht in einer einmaligen Sitzung durchgeführt werden kann. Der Haarzyklus in den einzelnen Haarfollikeln besteht aus drei Phasen:

Haarzyklus Phase 1: Anagenphase (Wachstumsphase)

Die Anagenphase ist die Wachstumsphase der einzelnen Haare. Im Schnitt befinden sich dauerhaft 85-90% der gesamten Kopfhaare in diesem Zustand, der drei bis sieben Jahre andauert. Wie lange dieser Zeitraum tatsächlich ist, ist erblich bedingt und der Grund dafür, dass manchen Menschen längere Haare bekommen können, als andere. Bei Augenbrauen ist diese Phase übrigens erheblich kürzer, nämlich höchstens vier Monate. Zu Anfang der Anagenphase wird eine neue Haarwurzel gebildet. Durch den großen Zellennachschub entsteht ein Haar, welches konstant nach oben gedrückt wird bis es sichtbar aus der oberen Hautschicht ragt. Die Papillarhaare, so wird das Kopfhaar in der Wachstumsphase genannt, wachsen circa 0,4 Millimeter am Tag, also circa einen Zentimeter im Monat.

Haarzyklus Phase 2: Katagenphase (Übergangsphase)

Die Katagenphase ist die Übergangphase der Haare vom Wachsen zum Ausfallen. Die Haarwurzel verhornt allmählich und das Haar, welches in diesem Zustand Beethaar genannt wird, kann nicht mehr mit Nährstoffen versorgt werden. Da die Katagenphase nur drei bis vier Wochen dauert, befinden sich dauerhaft nur 1-3% darin.

Haarzyklus Phase 3. Telogenphase (Ruhephase)

Haare, die ruhen aber kurz vor der Abstoßung stehen, nennt man Kolbenhaar. Die Haare sind samt Wurzel nicht mehr in dem Haarfollikel verankert, sodass sie leicht ausfallen können. Dies geschieht beispielsweise durch Kämmen, Waschen, Föhnen usw. Zwischen zwei bis vier Monaten befinden sich 12-15% der Haare in der Telogenphase. Nachdem das Haar abgestoßen wurde bildet sich eine neue Haarwurzel und ein Papillarhaar entsteht.

Bis zu hundert Haare verliert ein Mensch täglich durch den oben beschriebenen Haarzyklus. Wobei es bei Blondinnen oftmals mehr sind, da sie die meisten (dafür aber auch dünnsten) Haare haben.

Mit einer Haarwurzeluntersuchung (Trichogramm) kann man erkennen wie viele Haare sich in welchen Phasen befinden und herausfinden ob beispielsweise genetisch bedingter Haarausfall, diffuser Haarausfall oder kreisrunder Haarausfall vorliegt.

Die Phasen des Haarzyklus verlängern – So geht’s:

Um langes, volles Haar zu bekommen, sollte man sich bemühen, die Wachstumsphase auszudehnen. Dafür gibt es hier einige Tipps:

UV-Strahlung vermeiden: Der Einfluss von UV-Strahlung verkürzt die Phasen des Haarzyklus und lässt die Haare dementsprechend schneller ausfallen.

Stress vermeiden: Durch psychischen Stress können sich die Haarwurzeln entzünden und die Haare schneller abstoßen.

Nicht zu oft oder zu wenig Haare waschen: Entzündete Haarwurzeln entstehen ebenfalls durch zu wenig Pflege. Durch das nicht Waschen der Haare lagern sich Hautschuppen und Talg auf der Kopfhaut ab, was die Wurzeln verstopfen kann. Zu häufiges Waschen lässt die Haare dagegen austrocknen, was zu Haarbruch führt.

Druck vermeiden: Dauerhafter Zug auf den Haarwurzeln zum Beispiel durch einen strengen Pferdeschwanz strapaziert diese und beschleunigt somit das Ausfallen der Haare.

ausgewogene Ernährung: Eine gesunde Ernährung macht die Haare nicht nur stärker, sondern lässt sie auch schneller und länger wachsen. Wichtig dafür sind genügend Eiweiße, Eisen, Zink und besonders Biotin, was in Fisch, Nüssen und Spinat enthalten ist.

Kämmen: Man sollte darauf achten nasse Haare nicht zu kämmen, denn diese reißen viel schneller als trockene Haare.

Das richtige Zopfgummi: In Zopfgummis mit Metallteil verknoten die Haare schneller und beim Versuch die Haarknoten zu lösen reißen diese meistens. Außerdem verursachen solche Zopfgummis schneller Knickstellen im Haar, was zu Haarbruch führen kann.

Styling in Maßen: Hitze schädigt Haaren und lässt sich schneller brechen. Des Weiteren trocknet sie die Kopfhaut aus, was zu langsameren Wachstum führen kann. Deswegen sollte man seine Haare so selten wir möglich föhnen, glätten oder locken.

Regelmäßig den Friseur aufsuchen: Viele Menschen, die sich langes Haar wünschen, vermeiden den Besuch bei Friseur. Das ist allerdings der falsche Weg, da ein regelmäßiges Kürzen der Spitzen Spliss vermeidet.

Genügend Feuchtigkeit: Trockene Haare wachsen langsamer und fallen früher aus. Durch eine tägliche Spülung und einen wöchentlichen Haarkur bleiben die Haare gesund.

Kopfmassage gönnen: Durch eine regelmäßige Kopfmassage zum Beispiel mit Agarnöl, erhalten die Haare nicht nur wichtige Nährstoffe, es werden auch Schuppen und Talg beseitigt. Außerdem fördert es die Durchblutung der Kopfhaut und stimuliert die Haarfollikel, was das Wachstum anregt.

Die Ursachen von Haarausfall komplett zu unterbinden, ist idR nicht möglich, denn der Haarzyklus per se ist nicht zu stoppen. Allerdings sind 10% der Haare oftmals tatsächlich nur abgebrochen. Wenn man es schafft, zumindest dieses Abbrechen des Haars zu vermeiden, wirkt dieses automatisch voller und gesünder.

TIPP: Sie möchten wissen, ob Sie unter Haarausfall leiden? Dann machen Sie jetzt den professionellen Haarausfall Test. Wenn Sie erkrankt sind, hilft Ihnen der Test bei der Bestimmung Ihres individuellen Haarausfall Typs und schlägt Ihnen passende Haarwuchsmittel vor.

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Bildquelle: Vielen Dank an RyanMcGuire für das Bild (© RyanMcGuire/www.pixabay.com).

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