Haartransplantation Kosten, Methoden, Risiken

Haartransplantation: Kosten, Methoden und Risiken

Wie hoch sind die Kosten für eine Haartransplantation? Wir informieren über Preise der Eigenhaar Transplantation, Methoden und Risiken.

Wenn gängige Haarwuchsmittel nicht den gewünschten Erfolg bringen oder der Haarausfall bereits zu weit fortgeschritten ist, ist eine Haartransplantation für viele Menschen der letzte Ausweg. Der Wunsch nach vollem, dichtem Haar ist so stark, dass man einen operativen Eingriff dafür in Kauf nimmt. Insbesondere Männer mit androgenetisch bedingtem Haarausfall liebäugeln oft mit der Eigenhaar Transplantation.

Kein Wunder, immerhin hat vielen Menschen eine Haartransplantation geholfen und die Ergebnisse sind beeindruckend, wie man an prominenten Beispielen wie Jürgen Klopp, Benedikt Höwedes, Christoph Metzelder, Wayne Rooney, Christian Lindner, Sasha, Jon Cryer, John Travolta oder Sir Elton John, erkennen kann. Die Neuverteilung der Haarwurzeln lässt das Haar voller und dichter aussehen, keine Spur mehr von kahlen Stellen. Trotzdem sollte man den Eingriff nicht leichtfertig vornehmen lassen und sich vorher genauestens über die richtige Methode, Kosten und etwaige Risiken informieren.

Voraussetzungen für eine Haartransplantation

Haartransplantationen werden insbesondere bei Patienten mit anlagebedingtem Haarausfall durchgeführt. Bei den unten vorgestellten Methoden, ist es notwendig, dass es sich um die körpereigenen Follikel handelt, denn ansonsten würde der Körper sie abstoßen. Voraussetzung für eine Eigenhaartransplantation ist daher, dass Sie zumindest noch einen dichten Haarkranz am Hinterkopf besitzen und somit genügend Spenderhaar zur Verfügung steht. Es erfolgt eine Umverteilung der gegenüber dem Haarausfall unempfindlichen Haarfollikel auf vormals kahle oder lichte Stellen. Das Resultat einer Haartransplantation sind dementsprechend nicht mehr Haare auf dem Kopf, sondern lediglich eine andere Verteilung, die das Haar voller aussehen lässt.

Je nach Ausdehnung der kahlen Stellen, ist bei einer Transplantation mit guten bis sehr guten Ergebnissen zu rechnen. Viele Schönheitskliniken sprechen daher von Erfolgsaussichten von 95-100%. Nach ca. 6 Monaten sind die ersten Ergebnisse zu sehen, da die Haare dann von der Ruhephase in die Wachtsumsphase (siehe: Haarzyklus) kommen und durch die oberste Hautschicht wachsen.

Wer unter Diffusem Haarausfall, Kreisrundem Haarverlust oder einer Narbigen Alopezie leidet, sollte vorab immer erst ein Hautarzt konsultiert werden. Gerade Frauen, die über eine Haartransplantation nachdenken, empfehlen wir die Konsultation eines Arztes, da bei Frauen der androgenetische Haarausfall viel seltener auftritt. Wesentlich häufiger handelt es sich um diffusen Haarausfall, der auch medikamentös behandelt werden kann.

Operationsformen und Methoden bei Haartransplantationen

Die Entwicklung der Operationsformen von Haartransplantationen schritt seit der Erfindung der ersten Technik 1939 im schnellen Tempo voran. Ein japanischer Dermatologe erfand diese Technik ursprünglich, um Brand- und Unfallopfern, durch eine Haartransplantation an vernarbten Körperteilen, ein normales Leben zu ermöglichen. Heutzutage gilt die Haartransplantation als Schönheitsoperation. Dabei werden im Grunde nicht Haare verpflanzt, sondern die Haarfollikel. Dies meint die Wurzelscheide, in der sich die Haarwurzel befindet. Denn nur so können die Haare auch wieder nachwachsen.

Stanztechnik zur Eigenhaartransplantation

Die Stanz- beziehungsweise Punchtechnik, ist die älteste Form der Haartransplantation und wird in Deutschland nicht mehr ausgeführt. Dabei werden komplette, ca. 4-5 mm große Hautteile, die behaart sind, in die kahle Empfängerregion verpflanzt. Die Ergebnisse lassen hier zu wünschen übrig. Auf den implantierten Hautstellen sehen die Haare meist buschig aus und stimmen nicht mit den restlichen Haaren überein. Das Ergebnis wirkt unnatürlich. Es entsteht beim weiteren Haarausfall oft ein sogenannter „Klobürsteneffekt“. Zudem vernarbt die ursprünglich gesunde Spenderregion oft stark. Daher ist von dieser Haartransplantations Methode dringend abzuraten!

Streifenentnahme und Einsetzung von Mini-/Mikrografts bei der Haartransplantationen

Diese Methode wurde bis jetzt in Deutschland am häufigsten angewandt. Es handelt sich auch dabei um die Transplantation von eigenen Haare des Haarkranzes, die an kahle Stellen wie Geheimratsecken oder der umgangssprachlich genannten Platte (Tonsur), wieder eingesetzt werden. Am Hinterkopf wird Ihnen dabei unter Lokalanästhesie ein schmaler Hautstreifen entnommen. Die Wunde wird direkt vernäht (trychophytischer Wundverschluss) und lässt daher nur eine kleine Narbe zurück. Diese wird später durch die übrigen Haare verdeckt.

Im entnommenen Hautstreifen befinden sich die Haarfollikel, also die röhrenförmige Hautstruktur, die die Haarwurzeln umschließt. Der Hautstreifen wird dann in kleinere Hautteile zerteilt, die man Mini- oder Mikrografts nennt. Diese werden in die vorbereiteten Stellen des Kopfes eingepflanzt.

Streifenentnahme und Einsetzung follikularer Einheiten bei der Eigenhaartransplantation

Die FUT (Follicular units transplantation) Methode ist eine Weiterentwicklung des Minigraft-Verfahrens. Auch hier wird ein Hautstreifen aus dem Haarkranz entnommen, aber anstatt ihn in die Grafts aufzugliedern, wird der Streifen genauestens unterm Mikroskop in die einzelnen follikularen Einheiten, welche vier bis fünf Haarwurzeln enthalten unterteilt. So werden die Follikel nicht beschädigt und können einzeln eingepflanzt werden. Die Ergebnisse sind sehr erfolgsversprechend und die nachwachsenden Haare wirken natürlich.

Die Einsetzung follikularer Einheiten ermöglicht es, den Eingriff auch in Abständen und mehrfach vorzunehmen.

Einzelentnahme der follikularen Einheiten für die Haartransplantationen

Die FUE (Follicular Unit Extration) ist die modernste Verfahrensweise, was Haartransplantationen angeht und beinhaltet keine Hautstreifenentnahme am Haarkranz. Es entsteht also erst gar keine größere Wunde und dementsprechend auch keine Narbe. Die follikularen Einheiten (ca. 1-3 Haare) werden einzeln aus dem Haarkranz entnommen. Daher ist eine Rasur des Hinterkopfes für diese Methode erforderlich. Es entstehen zwar kleine Wunden, diese müssen aber nicht behandelt werden und verheilen meist innerhalb von 24 Stunden von selbst. Die Einheiten einzeln zu entnehmen und an entsprechende Stellen zu implantieren, ist ein enormer Zeitaufwand und kann bis zu neun Stunden dauern.

Diese Haartransplantationsmethode wird überigens auch bei kreisrundem und narbigen Haarausfall sowie bei der Rekonstruktion von Augenbrauen, Bart- und Schamhaaren angewendet.

Kosten einer Haartransplantation

Bei der Berechnung der Kosten für eine Haartransplantation ist entscheidend, wie viele Haarfollikel eingepflanzt werden, welche Methode angewandt wird und wie groß dementsprechend der Zeitaufwand ist. Die Behandlung von Geheimratsecken oder einer Tonsur ist beispielsweise günstiger als eine komplette Eigenhaartransplantation am Oberkopf. Beim Preis spielt darüber hinaus natürlich auch die jeweilige Klinik bzw. der entsprechende Arzt eine Rolle. Geben Sie das Einverständnis, dass die Klinik bzw. der Arzt das entsprechende Bildmaterial nutzen darf, kann es Nachlässe auf den Preis geben.

Die exakten Kosten können aber erst nach einer gründlichen Untersuchung oder mit Hilfe von Fotografien der betroffenen Haarpartien angegeben werden. In Deutschland ist für eine Haartransplantation meist mit Kosten von 3.000-9.000 Euro zu rechnen.

Häufig folgt später auch noch eine Verdichtungsbehandlung bzw. eine weitere Behandlung, wenn der Haarausfall noch nicht abgeschlossen ist und neue Regionen, die in der 1. Operation nicht berücksichtigt wurden, mit Haaren transplantiert werden sollen, um ein gleichmäßiges Erscheinungsbild zu gewährleisten.

Sonderangebote werden teilweise bereits unter 2.000 Euro angeboten. Auch wenn diese Preise verlockend wirken: bitte informieren Sie sich stets vorab über die Seriosität der Klinik und des jew. Arztes informieren. Gleiches gilt selbstverständlich auch für Haartransplantationen in der Türkei, die zum Teil zum vermeintlichen Schnäppchenpreis von 1.800 Euro angeboten werden.

Wann zahlt die Krankenkasse eine Haartransplantation?

Die Kosten einer Haartransplantation müssen in der Regel selbst getragen werden, da es sich um ein kosmetisches Problem handelt. Die Kosten werden somit nicht von der Krankenkasse übernommen.

Ausnahmen gibt es aber auch hier. Wer z.B. infolge einer Chemotherapie an Haarausfall leidet, bekommt von den Krankenkassen meistens nur eine Perücke bezahlt. Bei krankheitsbedingtem Haarausfall (z.B. durch Verletzungen oder bei Arbeitsunfällen) sollte man versuchen, die Eigenhaartransplantation bei der Krankenkasse geltend zu machen. Oft wird sich hier -zumindest anteilig- an den Kosten beteiligt.

Auch wenn der Haarausfall z.B. zu Depressionen führt und ein Psychotherapeut in einem Gutachten bestätigt, dass die Krankheit nur Besserung verspricht, wenn der Haarverlust behandelt wird, übernehmen einige Krankenkassen eine Transplantation.

Voraussetzung für die Kostenübernahme der Haartransplantation durch die Krankenkasse ist, dass zwingende Gründe vorgebracht werden, warum eine entsprechende Behandlung aus medizinischen Gründen notwendig ist. Zudem dürfen keine günstigeren Alternativen möglich sein.

Risiken einer Haartransplantation

Im Gegensatz zu anderen Schönheitsoperationen sind die Risiken einer Haartransplantation eher gering. Allerdings muss man sich darüber im Klaren sein, dass auch bei diesem Eingriff Wunden entstehen, auch wenn sie noch so klein sind. Es besteht immer ein Infektionsrisiko und die Möglichkeit sichtbarer, schlecht verheilter Narben. Des Weiteren kann der Körper auch die eigenen Implantate abstoßen, sodass die Haare erneut ausfallen. Dies kann auch geschehen, wenn die Haarwurzeln des Haarkranzes ebenfalls genetisch dazu veranlagt sind auszufallen. Dies ist allerdings eher selten der Fall.

Wenn man eine Haartransplantation zu früh vornimmt, kann es vorkommen, dass weitere Haare ausfallen, sodass kahle Stellen um die Implantate herum entstehen.
Man sollte sich also vor dem Eingriff intensiv mit seinem zuständigen Arzt beraten.

Bildquelle: Vielen Dank an goodluz für das Bild (© goodluz / Fotolia).

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